Die schönsten Facetten der Liebe

Mit dem Eröffnungssonntag hat auch die Kulturreihe begonnen. Ein Auftakt, der gleich eindrücklich zeigte, auf welchem Niveau in der Vesperkirche Kultur für alle zu erleben ist.

© Monika Johna

Das Böblinger Vokalensemble war bereits zwei Mal da. Als die Kulturreihe noch in den Kinderschuhen steckte, brachten sie bereits ihren feinen Gesang ein. Beim ersten Mal mit jiddischen Liedern, 2008 dann mit einem südamerikanischen Programm. Dieses Mal sollte es die Liebe sein. Eine gewisse Herausforderung, denn über die Liebe ist schon viel gesungen, getextet und philosophiert worden. Gibt es da noch Platz für Neues? Das Vokalensemble trat eindrücklich den Beweis an. Mit feinen Variationen und einfühlsamen Interpretationen bescherten sie dem Vesperkirchenpublikum an diesem verregneten Winternachmittag eine Stunde voller Wärme und Schönheit. Voller Liebe eben. 

„Und hätte der Liebe nicht“ heißt das Programm und ist gleichzeitig das tragende Thema. Das Pauluszitat steht schließlich auch im Mittelpunkt der herausfordernden, variantenreichen Uraufführung des Stücks von Ensembleleiter Tilman Jäger, der die Konzertbesucher zum Schluss noch beiwohnen dürfen. 

Vorher gab es Vertonungen, die in ihrer Bandbreite die Liebe von A bis Z geschmeidig ins Ohr fließen ließen: Klassik und Samba, Pop und Folk, Johannes Brahms, Edvard Grieg, Ola Gjeilo, Billy Joel, Eric Whitacre, Wolfram Buchenberg und Antonio Carlos Jobim. Mal Zurücklehnen und auf sich wirken lassen, mal mit dem Fuß wippen und leise den Takt klopfen. Dazwischen die Soli vom Posaunisten Uli Gutscher und Willm Hinrichs und Leonie Fritz genießen.

Im vergangenen Jahr war das Böblinger Vokalensemble auf Tournee in Spanien und trat in der Sagrada Familia auf. Schön, dass sie das neue Jahr mit der Vesperkirche begonnen haben. 

14-01-2019

Autor/Autorin: Monika Johna