"Auch die Stadt ist in der Gastgeberrolle"

Veronike Kienzle, die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, kann man in jeder Saison gleich mehrmals in der Vesperkirche antreffen. Mindestens ein Mal hilft sie mit, beim Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst ist sie vor Ort, keine Frage ist es für sie, dass sie beim Konzert von "rahmenlos und frei" dabei ist und zum Dankabend für die Ehrenamtlichen spricht sie auch dieses Jahr wieder ein Grußwort. "Und ich komme jedes Mal sehr gerne", sagt sie.

© Monika Johna

Während Cem Özdemir den Gästen den Kaffee reichte, half die Bezirksvorsteherin bei der Essensausgabe. Seit' an Seit' mit dem langjährigen Ehrenamtlichen Michael Sandfort schöpfte sie fröhlich Salat auf die Teller und unterhielt sich nebenbei gutgelaunt mit ihren Team-Nachbarn und den Besucherinnen und Besuchern. Der Kontakt zu den Leuten ist ihr wichtig, um zu hören, wo der Schuh drückt. "Die Vesperkirche ist ein guter Resonanzraum, der deutlich macht, wo Handlungsbedarf besteht", so die Grünen-Politikerin. Besonders wertvoll sei, dass es hier keinen Unterschied zwischen den Gästen und den Helfenden gebe. "Man spürt, dass das eine Gemeinschaft ist."
Beim Thema Armut sieht die Bezirksvorsteherin auch die Stadt in der Pflicht, deshalb ist es für sie keine Frage, sich in der Vesperkirche einzubringen. "Wir freuen uns, dass die Kirche ihre Türen geöffnet hat, aber auch die Stadt hat eine Gastgeberrolle, denn die Vesperkirche ist hier mitten drin, ist mitten unter uns." Sie lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt und die positive Gesamtstimmung. "Auch vom Umfeld, von den Nachbarn, wird die Vesperkirche gut aufgenommen, und das ist gut so."

02-02-2017

Autor/Autorin: Monika Johna