Zuhören und mithelfen

„Es war wieder ein wunderschöner Tag in der Vesperkirche, weil ich sowohl mit den Ehrenamtlichen als auch mit den Gästen sprechen konnte“, sagt Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle.

Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle gibt in der Vesperkirche Essen aus

© Monika Johna

Es gibt wohl keine Station in der Vesperkirche, die Veronika Kienzle nicht bereits kennt. Denn sie kommt jedes Jahr mehr als ein Mal in die Vesperkirche, um mitzuhelfen oder ein Grußwort zu sprechen und mit den Gästen und den Mitarbeitenden zu sprechen und zu hören, welche Sorgen und Nöte diese beschäftigen. Sie hilft routiniert da mit, wo sie gebraucht wird. Bei diesem Besuch ging es zunächst an den Brottisch. Hier werden täglich rund 350 Vesperbrote geschmiert und mit Wurst oder Käse belegt. Eine Tätigkeit, bei der es sich wunderbar mit den Tischnachbarinnen und -nachbarn reden lässt. Später ging es dann zur Essensausgabe. Bewegt habe sie, dass am heutigen Tag auch ein Kind unter den Gästen war. „Diese Kinder aus osteuropäischen Familien fallen hier durch alle Regularien. Das kann nicht sein. Kinder brauchen ein anderes Umfeld, sie brauchen Schutzräume“, betont Veronika Kienzle nachdrücklich. Sie wolle sich an den entsprechenden Stellen dafür einsetzen, dass man sich um die Belange der Kinder kümmere, dass die Kinderrechte nicht beim Status der Familien aufhörten. Grundsätzlich sei es gut, dass die Vesperkirche den Menschen eine Möglichkeit biete, einander zu begegnen und in Gesellschaft zu sein. Außerdem mache die Vesperkirche vorhandene Probleme sichtbar, sagt die Bezirksvorsteherin. „Das ist wichtig, denn nicht die Probleme sind das Problem, sondern der Umgang damit.“

Autorin: Monika Johna