Rekordsumme bei Tischlein deck’ dich

So voll ist der Suppentopf noch nie gewesen. 15.469 Euro kamen dieses Mal bei der Benefiz-Aktion „Tischlein deck’ dich“ zusammen.

© Monika Johna

Da ging was: Nilgün Tasman und ihr Team, die gemeinsam alljährlich das „Tischlein deck’ dich“ auf die Beine stellen, rührten im Vorfeld wieder kräftig die Werbetrommel. „Mein Zweitname ist Zecke“, vertraute sie denn auch mit einem Augenzwinkern ihren Gästen an. Aber ihr Tun hat glücklicherweise eine sehr positive Wirkung. Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann bedankte sich bei  Nilgün Tasman für deren großes Engagement zugunsten der Vesperkirche und nahm die rührige „Tischlein deck’ dich“-Initiatorin gar auf in den Kreis der Diakoninnen und Diakone. „Nilgün Tasman ist da, wo die Kluft ist zwischen arm und reich. Sie ist durch und durch diakonisch“, sagte die Diakoniepfarrerin. Den großzügigen Spenderinnen und Spendern wünschte sie, dass sich diese selbst auch beschenkt fühlen können. 

Alljährlich organisieren Nilgün Tasman, Ulrich Scholpp und Leyla Demirhan die Benefizveranstaltung, zu der Essen, Trinken und der Auftritt von Künstlern gehören. Essen und Trinken wird gesponsert, die Künstler verzichten auf ihre Gage, so geht der Erlös komplett an die Vesperkirche. Viele Gäste waren es wieder, die in die Leonhardskirche kamen und mit ihrem Eintritt und ihrer Spende die Vesperkirche unterstützten. Für Stimmung sorgten die Band „Black Cat Bone“ und der Vesperkirchenchor „rahmenlos & frei“. Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte sich den Besuch der Benefizveranstaltung nicht nehmen lassen und hob in ihrer Ansprache den Wert der Begegnung auf Augenhöhe hervor. „Die Menschen, die hierherkommen, suchen mehr als eine warme Mahlzeit. Sie sind einsam“, sagte sie. Jeder Mensch sei ein Teil der Gesellschaft, so die Ministerin. „Jeder ist etwas wert und jeder muss die Chance erhalten, dies zu entwickeln und Unterstützung zu bekommen.“

Nilgün Tasman gibt die Hoffnung nicht auf, dass es eines Tages keiner Vesperkirche mehr bedarf, weil das bedingungslose Grundeinkommen umgesetzt wird. „Aber so lange es das nicht gibt, bin ich froh, dass ihr alle kommt“, sagte sie. Damit es zu ebenjener Begegnung auf Augenhöhe kommen kann, empfahl sie ihren Gästen, einfach mal in der Vesperkirche vorbeizuschauen, „sich hinzusetzen und zuzuhören und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.“ 

Autorin: Monika Johna