Auf breiter Basis über Armut diskutieren

Auch in diesem Jahr hat die SPD-Gemeinderatsfraktion den Mittagstisch im Rathaus mit den Tischen in der Vesperkirche getauscht und ist zum Essen und zum Gespräch in die Leonhardskirche gekommen. Im Austausch mit Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann ging es den Gemeinderäten Judith Vohwinkel, Hans H. Pfeifer und Udo Lutz sowie dem Fraktionsmitarbeiter Thomas Walker darum zu erfahren, welche Entwicklungen sich an der diesjährigen Vesperkirche ablesen lassen.

© Monika Johna

„In die Vesperkirche kommen Menschen, die vielfältig belastet sind, und dafür sind wir da“, sagte Gabriele Ehrmann. Grundsätzlich war man sich einig, dass Stuttgart bereits viel tut für sozial benachteiligte Menschen. „Wir haben hier ein gutes soziales Netz“, sagte Hans H. Pfeifer. Aber, - darin waren sich alle Gesprächspartner einig -, es gebe auch noch Unterstützungsbedarf. Zum Beispiel für die Menschen, die mit 50, 60 Jahren arbeitslos werden und dann nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt hineinkommen. „Das wird zunehmen, ebenso wie es immer mehr Menschen mit kleiner Rente geben wird. Das sehen wir auch hier in der Vesperkirche“, betonte Gabriele Ehrmann. Diese Menschen benötigten finanziell unterstützte Arbeit, es seien Ideen und Energie erforderlich, so die Diakoniepfarrerin. „Man müsste überlegen, an welcher Stelle man Menschen, die hauptsächlich eine Struktur brauchen, unterstützen kann“, sagte Judith Vohwinkel. Neben der Langzeitarbeitslosigkeit wirft auch die Situation der Bewohner von Notunterkünften Fragen auf, wenn diese aus dem Krankenhaus entlassen werden. „Das sehen wir auch. Wenn diese Menschen entlassen werden, wo können sie dann hingehen?“, fragte Gemeinderat Udo Lutz. „Wir kommen immer hierher, um uns darüber zu informieren, welche Entwicklungen man in der Vesperkirche beobachtet. Diese Infos binden wir gerne in unsere Arbeit ein“, erklärte Judith Vohwinkel. Die SPD-Stadträte waren sich darin einig: „Es braucht eine Diskussion um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf breiter Basis. Es braucht eine Armutskonferenz. Da wäre die Kirche als überparteiliche Institution ein idealer Moderator.“


10-02-2018

Autor/Autorin: Monika Johna