Armut soll alle etwas angehen

Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist auch in diesem Jahr wieder in die Leonhardskirche gekommen. Im Gespräch mit Vesperkirchen-Gästen, Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann und Dekan Klaus Käpplinger gab es viele anerkennende Worte vom Stadtoberhaupt.

© Monika Johna

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (2.v.l.) im Gespräch mit Gästen, Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann und Dekan Klaus Käpplinger (3.v.l.)

„Armut sollte etwas sein, was alle angeht, nicht nur die Betroffenen. Sie, die Mitarbeitenden der Vesperkirche, machen für sieben Wochen sichtbar, was Armut bedeutet in dieser Stadt. Dafür möchte ich all jenen Menschen danken, die hier mithelfen“, betonte Fritz Kuhn. Bei Gabriele Ehrmann erkundigte er sich nach der Verbindung zwischen den Kirchengemeinden und der Vesperkirche. „Die Vesperkirche ist eingebettet in ein gutes soziales Netz mit Mittagstischen und weiteren Angeboten“, erklärte die Diakoniepfarrerin. In der gastgebenden Leonhardsgemeinde werde die Vesperkirche sehr gut aufgenommen, man feiere jeden Sonntag zusammen den Sonntagsgottesdienst, „und zu Beginn haben wir von der Gemeinde einen gebackenen Schlüssel überreicht bekommen“, erzählte die Diakoniepfarrerin.
Während der Oberbürgermeister die Jahre zuvor eine Runde durch die Vesperkirche gemacht hatte und dabei an verschiedenen Stellen zum Gespräch mit Gästen hängengeblieben war, setzte er sich dieses Mal zusammen mit Gabriele Ehrmann und Dekan Klaus Käpplinger an einen der Tische, um sich mit Gästen zu unterhalten. „Die Vesperkirche ist unverzichtbar“, sagte der Oberbürgermeister. Denn hier gebe es nicht nur ein warmes Essen, sondern auch Gespräch, hier könne man sich über sein Schicksal austauschen. „Armut bedeutet: zu wenig Einkommen, aber auch Einsamkeit und zu wenig Inklusion in die Gesellschaft. Die Kirche leistet einen wichtigen Beitrag, dass es diese Inklusion gibt.“
„Diejenigen, die hier mithelfen, bekommen eine andere Sichtweise auf Armut. Und sie tragen ihre Eindrücke in ihre Gemeinden, in ihre Vereine, in ihre Gruppen, so dass Vesperkirche hinein in die Gesellschaft getragen wird“, sagte Klaus Käpplinger. Dass nun im kommenden Doppelhaushalt 15.000 Euro für eine Armutskonferenz eingeplant seien, „das finde ich gut“, lobte der Dekan. Im Rahmen einer Armutskonferenz sollen sich die verschiedenen Beteiligten intensiv mit dem Thema Armut beschäftigen und verschiedene Einschätzungen und Vorschläge diskutieren. „Das Thema Armut ist wichtig. Eine Armutskonferenz finde ich gut, um einen vielfältigen Blick zu bekommen“, erklärte Klaus Käpplinger. Man müsse in der Stadt, in der Gesellschaft, nicht nur über Straßen und Verkehr reden, sondern über Armut. „Der Umgang mit denen, die Unterstützung brauchen, ist der Indikator dafür, wie wir miteinander umgehen.“

24-02-2018

Autor/Autorin: Monika Johna