Anerkennung vom Oberbürgermeister

„Ich bin ein Bewunderer der Vesperkirche“, sagt der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Wie jedes Jahr kam er auch dieses Mal wieder auf einen Besuch vorbei. Und nahm sich Zeit zu erläutern, weshalb er Vesperkirche gut und wichtig für die Stadt findet.

© Monika Johna

„Wir sind eine reiche Stadt, und trotzdem haben wir auch hier in Stuttgart Armut“. Diese Armut sehe er, wenn er durch die Stadt laufe, und diese Armut werde auch in der Vesperkirche sichtbar. Und es sei gut, dass die Vesperkirche diese Armut sichtbar mache, betont der Oberbürgermeister bei seinem Besuch. „Die Vesperkirche wirkt wie eine Plattform für die verschiedenen Notlagen der Menschen. Hier gibt es wichtige Netzwerke, die den Menschen helfen können“, sagt er, während er im Kirchenraum durch die Reihen geht und sich zum Gespräch mehrmals für kurze Zeit an einem der Tische niederlässt.
Manche Gäste erkennen ihn sofort und ergreifen gerne die Gelegenheit, sich mit dem Oberbürgermeister über ihre Anliegen auszutauschen. Andere blicken zunächst verwundert auf die kleine Gruppe, bestehend aus dem Oberbürgermeister, Journalisten und Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann, die sich unter der Aufmerksamkeit der anderen Gäste und Mitarbeitenden durch die Kirche bewegt.
Zuvor hat sich Fritz Kuhn schon mit Gabriele Ehrmann und ein paar ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern darüber ausgetauscht, welche Themen aktuell in der Vesperkirche anstehen und wie die Arbeit der Vesperkirche sich gestaltet. Nun sind also die Gäste dran. Wie es ihnen gehe, fragt das Stadtoberhaupt seine Tischnachbarn. Die meisten erzählen bereitwillig, wo sie gerade der Schuh drückt, und der Oberbürgermeister hört zu. Er komme gerne in die Vesperkirche, um etwas über die Lebenssituation der Menschen zu erfahren. Alle Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten anzusprechen sei ihm als Oberbürgermeister ein wichtiges Anliegen, sagt Fritz Kuhn. Der Vesperkirche gelinge das vorbildlich.
Ehe er sich wieder zurück ins Rathaus begibt, hebt er noch einmal hervor, was er an der Vesperkirche so besonders schätzt. „Das Konzept der Vesperkirche beruht darauf, dass man allen Leuten Anerkennung gibt. Hier werden alle Menschen wahrgenommen und wertgeschätzt. Hier gibt es Anerkennung in Form von Begegnung, Gesprächen und Angeboten wie Friseur oder Fußpflege, die sich die bedürftigen Menschen sonst nicht leisten können. Anerkennung braucht jeder Mensch. Dass die Kirche das hier so mittendrin in der Stadt leistet, das finde ich sehr lobenswert.“ 

Autorin: Monika Johna