Sieben Wochen lang ein Ort der Wärme

Unter dem Bibelzitat „Dient einander“ haben Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann, EVA-Vorstand Klaus Käpplinger, die Diakoninnen und Diakone, die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und rund 300 Gäste gemeinsam mit einem Gottesdienst die 26. Vesperkirche Stuttgart eröffnet.

© Monika Johna

„Wir wollen wieder Anwalt sein und an der Seite jener stehen, die Mangel haben. Wir bringen das Thema Armut in die Mitte der Gesellschaft“, betonte Gabriele Ehrmann. Auch Klaus Käpplinger beschäftigte sich in seiner Predigt mit dem gesellschaftlichen Rahmen, in dem Vesperkirche stattfindet. „Ich glaube, dass wir vieles bewegen können und auch müssen.“ Die Vesperkirche beseitige zwar keine strukturelle Not. Man diene einander, indem man sich immer wieder frage, was die Menschen in der Nachbarschaft benötigen, um ein Leben in Würde führen zu können. „Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich sieben Wochen hier wieder einbringen. In ihrer Unterschiedlichkeit tragen hunderte Menschen dazu bei, dass Vesperkirche sieben Stunden täglich sieben Wochen lang ein Ort der Wärme ist“, sagte der EVA-Vorstand. 

Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann bedankte sich in ihrem Grußwort bei all diesen Menschen, die Vesperkirche möglich machen, bei den Ehrenamtlichen, den Hauptamtlichen und den Gästen. „Danke, dass Sie diese wunderbare Möglichkeit schaffen, weil wir das nur gemeinsam auf die Beine stellen und ermöglichen können.“ Sie werde öfter mal in den kommenden sieben Wochen vorbeischauen, versprach die Sozialbürgermeisterin und wünschte der 26. Vesperkirche „viel Erfolg und guten Appetit!“ 

Pfarrerin Eva Deimling übergab den Schlüssel der Leonhardskirche – es war wieder ein größeres Exemplar aus Hefeteig – an Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann. Und dann ging es auch schon los: nach einer kurzen Einweisung strömten die Ehrenamtlichen an den Brottisch, an die Kaffeetheke und zur Essensausgabe, die Diakoninnen und Diakone beantworteten die zahlreichen Fragen der Gäste und unterstützten überall, wo es nötig war, das Putzteam fuhr unablässig Geschirr zwischen Kirche und Spülstraße hin und her, und die Brotschneidemaschine untermalte mit ihrem gleichmäßigen, vertrauten Surren das bunte Treiben – die Vesperkirche ist eröffnet!

 

Am Nachmittag startete dann auch die Reihe „Kultur in der Vesperkirche“ mit dem Knabenchor „collegium iuvenum“. An allen kommenden Sonntagen treten jeweils um 16 Uhr verschiedene Künstler auf. Der Eintritt zu den Kulturveranstaltungen ist frei, es wird um Spenden gebeten. 

Autorin: Monika Johna