Ein Licht anzünden

„Hier ist Kirche wesentlich.“ Zur Eröffnung der 25. Vesperkirche entzündete Prälatin Gabriele Arnold ein Licht in den Herzen der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher.

Ein Licht anzünden

© Monika Johna

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Im Diakonissenkrankenhaus, so erzählte es die Prälatin, mache sich jedes Jahr im Advent ein Lichtleszug auf den Weg, um in der Vorweihnachtszeit ein Licht in die Zimmer der Kranken zu bringen. „Da ist die Kirche ganz nah bei den Menschen. Da ist Kirche, wie sie wesentlich sein muss, ohne große Worte“, sagte Gabriele Arnold. Die Vesperkirche sei im übertragenen Sinn auch ein Lichtleszug für die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, um dem Dunkel der Stadt etwas entgegenzusetzen. Auch hier sei die Kirche wesentlich. 

Seit dem ersten Tag der Vesperkirche vor 24 Jahren wird diese immer mit einem Gottesdienst eröffnet. Stets dabei sind die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Zum Jubiläum sprach Stadtdekan Schwesig ein Grußwort, in dem er den besonderen Wert der Vesperkirche hervorhob. „Wenn ich meinen Schülern vom Reich Gottes erzählen würde, dann würde ich von der Leonhardskirche erzählen“, sagte er im Rückblick auf seine Zeit als Religionslehrer. 

„Es ist unsere Aufgabe als Kirche, auf der Seite derer zu stehen, die bedürftig sind“, betonte Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann in ihrer Begrüßungsrede. Von Christoph Doll, dem Pfarrer der Leonhardsgemeinde, bekam sie für die kommenden sieben Wochen als Zeichen dafür, dass die Vesperkirche herzlich willkommen ist, symbolisch den Schlüssel überreicht. Eine schmackhafte Angelegenheit, denn der Schlüssel war ein geflochtenes Gebäck aus Hefeteig. 

Deutlich war die Freude zu spüren, die an diesem Sonntag in der Luft der Leonhardskirche lag. Die Freude der Gäste und Mitarbeitenden, einander wiederzusehen und die Freude darüber, dass es nun endlich losgeht. „Christus braucht Menschen, die ihr Licht leuchten lassen“, sagte Gabriele Arnold. Gemeinsam brachten die Besucher die Kirche zum Leuchten – mit einer Kerze in der Hand und dem Anteilhaben an dieser Gemeinschaft, in der jede und jeder willkommen ist. Das Licht, es ging an diesem Sonntag nicht nur von Hand zu Hand, sondern von Herz zu Herz. Die Prälatin setzte zum Abschluss ihrer Predigt noch einmal den Lichtleszug in Bewegung: „Hier scheint für alle das Licht Christi. Vesperkirche ist das Licht Christi in dieser Stadt. “ 


 
Bis zum 2. März gibt es in der Vesperkirche täglich ein warmes Essen, am Nachmittag werden kostenlos Vesperbrotbeutel verteilt. Der Vesperkirchentag beginnt täglich um 9 Uhr und endet mit einer Andacht um 16 Uhr, um 16.15 Uhr schließt die Vesperkirche dann ihre Pforten.


Am Nachmittag startete die Kulturreihe „Kultur in der Vesperkirche“ mit dem Böblinger Vokalensemble. Am kommenden Sonntag geht die Reihe weiter mit "Ernst und Heinrich". Weitere Infos dazu gibt es hier. 
13-01-2019

Autor/Autorin: Monika Johna