Vesperkirche feierlich eröffnet

„Ich bin davon überzeugt, dass Luther die Vesperkirche unterstützen würde, auch wenn er zugleich sagen würde, dass es zutiefst bedauerlich ist, dass es sie überhaupt geben muss“, sagte Dekan Klaus Käpplinger bei der Eröffnung der 23. Stuttgarter Vesperkirche am heutigen Sonntag. Musikalisch umrahmt wurde der festliche Auftakt von den Hymnuschorknaben.

© Monika Johna

„Ich bin in allem frei, aber ich diene allen“, lautete das Motto des stimmungsvollen Gottesdienstes, zu dem Dekan Klaus Käpplinger zusammen mit dem Team der Vesperkirche zum Auftakt der sieben Wochen in die Leonhardskirche eingeladen hatte. Der Einladung folgten am Sonntag Vormittag viele Gäste, so dass die Leonhardskirche voll besetzt war. Zum stimmungsvollen Abschluss des Gottesdienstes teilten die Diakoninnen und Diakone zuvor gesegnetes Brot an die Gäste aus.
Bis zum 4. März gibt es in der Vesperkirche täglich für 1,20 Euro ein warmes Essen. Vesperbrotbeutel teilen die ehrenamtlichen Helfer am Nachmittag kostenlos aus. Am Eröffnungssonntag gaben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer rund 620 Essen aus. Der Vesperkirchentag beginnt täglich um 9 Uhr und endet mit einer Andacht um 16 Uhr, um 16.15 Uhr schließt die Vesperkirche dann ihre Pforten.

„Die Gemeinde soll, dem Beispiel Jesu folgend, eine diakonische Gemeinde sein“, erklärte Dekan Käpplinger in seiner Predigt, indem er Forderungen Martin Luthers aufgriff. Es sollten Gemeindediakone berufen werden. Diakonie sei aber nicht der Dienst, das Evangelium oder die Briefe vorzulesen, sondern das Vermögen der Kirchen, an die Armen auszuteilen. „Wo Luther Recht hat, da hat er Recht“, so Dekan Käpplinger. Heutzutage gehe es um Teilgeben, Teilhaben und Teil sein. „Im Abendmahl treten alle gemeinsam vor Gott. Zum Abendmahl sind alle eingeladen“, sagte Klaus Käpplinger. Jeden Sonntag wird während der Vesperkirche um 10 Uhr in der Leonhardskirche Gottesdienst gefeiert. Die Predigtreihe steht dieses Jahr anlässlich des Reformationsjubiläums unter dem Motto „Da ist Freiheit“. 

Zum Vesperkirchenauftakt waren alle Gäste zu Spätzle mit Braten, Soße und Salat eingeladen. Am Nachmittag startete dann die Kulturreihe „Kultur in der Vesperkirche“ mit dem Chor „Zuflucht Kultur e.V.“ unter der Leitung von Cornelia Lanz. Am kommenden Sonntag geht die Reihe weiter mit „beautiful losers“, einem Projekt des Staatstheater und dem Posaunenchor der Christuskirchengemeinde. Weitere Infos dazu gibt es hier. 
16-01-2017

Autor/Autorin: Monika Johna