"Goldener Volltreffer für die Vesperkirche"

Alle hätten nun schwerlich draufgepasst, aber es war ein schönes Bild, das Diakoniepfarrerin Karin Ott da im Großen Sitzungssaal des Rathauses anlässlich der Preisverleihung gezeichnet hat.

© Monika Johna

800 Ehrenamtliche, das Küchenteam des Rudolf-Sophien-Stifts, die Diakone, die Friseure, die Ärzte und die Kulturschaffenden, die Leonhardsgemeinde, die Sponsoren und Spender, all jene, die im Stillen werkeln und schaffen, sowie die Vesperkirchen-Gäste – sie alle stünden an diesem Mittwoch Abend rechts und links neben ihr auf der Bühne, denn ihnen allen gebührte die Auszeichnung der Stuttgarter Prominentenkicker.  Für die scheidende Diakoniepfarrerin war es ein schönes Geschenk zum Abschied. 

Zum 34. Mal seit 1983 verliehen die „Prokis“ ihren Preis, den „Goldenen Volltreffer“. „Erstmalig an eine Preisträgerin aus dem kirchlich-diakonischen Bereich“, freute sich Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer, die die Laudatio hielt. Karin Ott habe in die Vesperkirche ihre Seele, ihren Glauben und ihr Gottvertrauen miteingebracht, das sei etwas ganz Besonderes, hob die Sozialbürgermeisterin hervor. 

„Uns allen hier tut es gut, zu spüren und zu erfahren, welch große Anerkennung Sie uns, der Vesperkirche, zukommen lassen“, sagte Karin Ott im Anschluss an die Preisverleihung. In der Vesperkirche versuche man, jeden Menschen als einen Menschen mit ganz eigenen, persönlichen Gaben wahrzunehmen. „Als Mensch, der  nicht unser Mitleid verdient, sondern unsere Anerkennung und Wertschätzung.“ Die Mitwirkenden von „rahmenlos und frei“ betrachtet die Diakoniepfarrerin hierbei als die idealen Vesperkirchen-Botschafter. „Denn sie sagen „wir sind keine Opfer, sondern Menschen mit einzigartigen Gaben und Fähigkeiten, und wir verdienen Respekt und Anerkennung.“ Viel Anerkennung bekamen die ...Musiker denn auch bei ihrem Auftritt im Rathaus, auf die geplanten Lieder zwischen den einzelnen Reden folgten noch einige Zugaben. Etliche ehrenamtliche Helfer der Vesperkirche waren in den Großen Sitzungssaal gekommen, um der Preisverleihung beizuwohnen. 

„Mit dem Preis wollen wir dazu beitragen, dass die Vesperkirche weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt“, erläuterte Prominentenkicker-Präsident Nikolaus Schleicher. Freilich hätten bestimmt etliche der Gäste auch schon einmal in der Vesperkirche mitgeholfen, mutmaßte Isabel Fezer. Karin Ott und die Vesperkirche reihen sich ein in eine Schar bekannter Gesichter, die diesen Preis bereits verliehen bekommen haben. So beispielsweise Alt-OB Rommel, Gotthilf Fischer, Dietz-Werner Steck und Norbert Haug. 

„In der Vesperkirche sind wir alle Gebende und Nehmende“, erklärte Karin Ott ihren Zuhörern, die sichtlich beeindruckt sämtliche Eindrücke dieses besonderen Abends aufnahmen. Natürlich kann man auch in der Vesperkirche nicht sämtliche Not lindern. Bei den strukturellen Problemen sei die Politik gefordert. In ihrem Rahmen will die Vesperkirche aber für die Benachteiligten eintreten. Wenn in der Vesperkirche Arme und Reiche, Starke und Schwache gemeinsam an einem Tisch säßen, dann setze man ein öffentliches Zeichen, so die Diakoniepfarrerin, die noch bis Ende Oktober in Stuttgart im Amt ist und dann eine Pfarrstelle in Schwenningen antreten wird. 

„Es ist genug für alle da – wenn wir miteinander teilen. Dafür setzen wir uns ein“, fügte sie an – und lud alle anwesenden Gäste ganz herzlich ein an diesen Tisch mit all den verschiedenen Menschen in der kommenden Vesperkirchen-Saison.
6-10-2016

Autor/Autorin: Monika Johna