Dem Glauben ein Gesicht, Hände und Füße geben

Leckeres Essen, Musik vom Trompetenquintett, Vesperkirchenanekdoten von Diakonin Sylvia Grosser, viel Lob und Dank durch die Diakoniepfarrerin und die Dekanin und zum Abschied dann noch einen blumigen Farbtupfer: Der Dankabend war so reichlich gefüllt wie die zurückliegenden sechseinhalb Wochen Vesperkirche.

© Monika Johna

„Ich freue mich riesig, dass Sie alle gekommen sind“, sagte Gabriele Ehrmann, als sie die rund 400 Gäste begrüßte. Dass sich so viele auf den Weg gemacht haben, um noch einmal einen Abend miteinander zu verbringen, spricht für sich. Auch Gabriele Ehrmann zeigte sich sehr zufrieden mit den vergangenen sechseinhalb Wochen. „Danke für Ihr tolles Engagement. Und Danke, dass wir so gut miteinander ausgekommen sind“, sagte sie strahlend. Rund 900 ehrenamtlich Mitarbeitende waren es in diesem Jahr, dazu kommt noch das hauptamtliche Diakonenteam mit Diakoninnen, Diakonen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die Pfarramtssekretärinnen und Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann.

Wertschätzung geben

Noch vier Tage, dann ist die Vesperkirche auch schon wieder vorbei. Nach sechseinhalb Wochen sah so manch eine und einer müde aus. „Ich bin zwar froh, dass es jetzt dann geschafft ist, denn es ist auch immer wieder anstrengend. Und andererseits werde ich die Vesperkirche vermissen“, erklärte eine  Ehrenamtliche, die mehrmals in der Woche im Einsatz ist. So wird es vielen gehen. Eine andere Ehrenamtliche machte sich so ihre Gedanken, wo all die Gäste nach diesen sieben Wochen denn wohl ein warmes Essen und Gesellschaft finden können. Dekanin Elke Dangelmaier-Vincon bedankte sich bei all den Menschen, die die Vesperkirche mit ihrem Einsatz erst möglich machen. „Sie haben sich eingelassen auf das Dienen und Bedienen, das wir in diesem Jahr neu eingeführt haben. Unsere Gäste erfahren dadurch Wertschätzung. Danke, dass Sie unserem Glauben ein Gesicht, Hände und Füße gegeben haben“, sagte sie. Man habe damit umgesetzt, dass jeder Mensch ein Ebenbild Gottes ist. „In Zeiten, in denen Menschen auf der Flucht ertrinken, ist das ein sehr bewegendes Zeichen“, sagte eine hörbar bewegte Dekanin.

Erlebnisreiche sieben Wochen

An diesem Abend durften sich all die Helferinnen und Helfer selbst bedienen. Denn natürlich gab es zum Vesperkirchendankabend ein leckeres Abendesssen am Buffet, und natürlich vorbereitet vom Rudolf-Sophien-Stift, wo Tag für Tag die rund 600 zusätzlichen Mahlzeiten für die Vesperkirche gekocht werden. Bei den meisten wird nun ein Jahr vergehen, bis sie einander wiedersehen. Zum guten Schluss überreichte Dekanin Dangelmaier-Vincon jedem Gast noch eine Rose. Sie wird zwar kein Jahr lang halten, aber sie wird ihren Besitzern sicher noch ein paar Tage über die Vesperkirche hinaus Freude machen. Und sie wird erinnern an schöne, intensive, anstrengende und erlebnisreiche sieben Wochen.


Autorin: Monika Johna