"Vesperkirche ist kein Almosen"

Mineralwasser eingießen, Kaffee ausgeben, hier ein Lächeln, dort zuhören und den anwesenden Pressevertretern Rede und Antwort stehen: Die Mithilfe des Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir hatte vielerlei Aspekte.

© Monika Johna

Es ist mittlerweile eine eingespielte Angelegenheit, wenn der Grünen-Politiker in die Vesperkirche kommt. Dieses Mal war er zum Dienst am Getränkestand eingeteilt. Wie schon im vergangenen Jahr war seine Tochter mit dabei, die sichtlich viel Spaß an ihrem Einsatz hatte. In Berlin sind derzeit Ferien und eine sitzungsfreie Woche, die der Politiker nun für einen Besuch in der Heimat genutzt hat.
Er käme gerne hierher, weil er den zwischenmenschlichen Umgang miteinander sehr schätze. "In der Vesperkirche bekommen die Leute keine Almosen, sondern man begegnet hier den Menschen als Menschen auf Augenhöhe", sagte Cem Özdemir.

Einige Vesperkirchengäste nutzten die Gelegenheit, mit dem Bundespolitiker über die Kaffeetheke hinweg mal ein paar Worte zu wechseln. "Wie geht's? Es freut mich, dass Sie da sind, dass Sie auch diese Armut sehen", sagte ein älterer Mann und schüttelte Özdemir die Hand. Diese offensichtliche Armut zu sehen, obwohl Stuttgart doch eine reiche Stadt sei, das sei schon erschreckend, fügte dieser an. Umso wertvoller sei das Angebot der Vesperkirche. "Dass die Kirche und all die Helfenden und Sponsoren dieses Angebot ermöglichen, das ist eine tolle Sache", lobte der Bundestagsabgeordnete. Aus dem Plausch mit den Helfenden entstand dieses Mal eine Idee: vielleicht könnte man ja eine Berlin-Fahrt für die Ehrenamtlichen organisieren. Mal sehen, ob's klappt. Und ob er nächstes Jahr wiederkommt? "Ja, wenn ich darf, dann sehr gerne."

02-02-2017

Autor/Autorin: Monika Johna