Die Armen nicht vergessen

Keine Frage, auch dieses Jahr hat Bundestagsabgeordneter Cem Özdemir wieder in der Vesperkirche mitgeholfen. Mit Sohn Vito und der ehemaligen Babysitterin brachte er gleich zweifach weitere Unterstützung mit. Die Kaffeetheke wurde vorübergehend zum Familienunternehmen.

© Monika Johna

Cem Özdemir und Irmela Neipp-Gereke an der Kaffeetheke

Es geht alles Hand in Hand. Die Babysitterin füllt den Zucker nach, Irmela Neipp-Gereke bringt den Tee ins richtige Mischungsverhältnis, Tochter Mia und Sohn Vito gießen Sprudel ein und Cem Özdemir schenkt Kaffee aus. Flugs haben sich die Fünf eingelebt an ihrem Platz an der Getränkeausgabe. Sichtlich genießen sie den Kontakt zu den Gästen. „Es ist klasse, dass es die Vesperkirche gibt – auch wenn es natürlich besser wäre, wenn man solch ein Angebot gar nicht bräuchte“, sagt Cem Özdemir und lässt sich von einem Gast freundschaftlich auf die Schulter klopfen. „Hallo, schön, dass Sie wieder hier sind“, sagt dieser zu dem Bundestagsabgeordneten, der ihm seinerseits erfreut die Hand schüttelt. „Was halten Sie von der Grundrente?“, fragt ihn ein anderer. Eine Gruppe wünscht sich ein Foto mit dem Politiker. Auch das wird natürlich ermöglicht. „Mir ist es wichtig, hier zu sein. Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie. Und ich finde, dass diejenigen, denen es in unserer Gesellschaft besser geht, auch eine Verantwortung haben, sich nicht auf ihrem Wohlstand auszuruhen, sondern sich um die anderen zu kümmern, die auf Hilfe angewiesen sind,“, erklärt Cem Özdemir. Seine Kinder sollten von klein auf erfahren, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, behütet aufzuwachsen. „Auch in der reichen Stadt Stuttgart gibt es Armut, Wohnungsnot und Einsamkeit, das dürfen wir nicht übersehen. Ein großer Dank an all diejenigen, die sich hier für die Gesellschaft engagieren“, sagt der Bundespolitiker. 

Irmela Neipp-Gereke, Mitglied des Regionalparlaments, hat sich heute extra frei genommen, um in der Vesperkirche zu helfen. „Ich schätze die Arbeit der Vesperkirche sehr und unterstütze das gerne. Und ich finde es wichtig, dass wir damit den Fokus auf die lenken, denen es nicht so gut geht, denn die sollen nicht vergessen werden“, sagt die Heilpädagogin. 

Dann geht es weiter. Hand in Hand. Tasse um Tasse wandert über die Theke. Das Familienunternehmen funktioniert hervorragend. 

Autorin: Monika Johna