Mehr als ein Sieben-Wochen-Event

Auch dieses Jahr ist die Landtagsabgeordnete und Synodale der evangelischen württembergischen Landeskirche Brigitte Lösch in die Vesperkirche gekommen. Im Gespräch mit den Verantwortlichen wollte sie erfahren, welche Themen die Mitarbeitenden und die Gäste bewegen. Am Tisch in der Leonhardskirche dachte sie zusammen mit Diakon Kurt Klöpfer und Dekan Klaus Käpplinger über Möglichkeiten von Kirche und Politik nach, die Vesperkirche und weitere ähnliche Angebote zu unterstützen.

© Monika Johna

"Wie diakonisch kann sich eine Gemeinde aufstellen? Bedeutet diakonische Arbeit in der Gemeinde die Arbeit mit Jugendlichen und älteren Menschen - oder bedeutet es mehr?", fragte sich Brigitte Lösch zusammen mit Kurt Klöpfer. So kam es, dass sich die Kirchenpolitikerin Hausaufgaben aus der Vesperkirche mitnahm. "Diese Frage nehme ich mit in meine Arbeit als Synodale", sagte Brigitte Lösch. Der Grundauftrag der Diakonie, da waren sich beide einig, sei es jedenfalls, materielle und soziale Not zu lindern und den Ursachen dieser Not nachzugehen. Und dies das ganze Jahr über. "Vesperkirche ist nicht nur sieben Wochen lang", betonte Kurt Klöpfer. "Und es ist wichtig, dass man das immer wieder feststellt. Das ist nicht nur ein Sieben-Wochen-Event", fügte die Landespolitikerin Lösch an. Sie wünschte sich, dass mehr Gemeinden auch unter dem Jahr etwas für bedürftige Menschen anbieten. "Ist es nicht Aufgabe der Gemeinde, sich unter dem Jahr für die Besucher der Vesperkirche zu öffnen?", so die Synodale. Ein Mittagessen ohne Kohle wie in Bad Cannstatt beispielsweise. "Das müsste eigentlich von Gemeinde zu Gemeinde wandern."

Solch nachhaltige Versorgung mit Vesperkirchen-Angeboten koste natürlich Geld und es brauche Personalressourcen in Gestalt von Diakoninnen und Diakonen, stellte Brigitte Lösch mit Blick in Richtung Landeskirche fest. Die Politikerin zeigte sich beeindruckt davon, dass sich die Stuttgarter Vesperkirche alleine aus Spenden und ohne Kirchensteuermittel finanziert. "Wir benötigen aber ein Konzept für eine kontinuierliche diakonische Arbeit." Dem konnte Kurt Klöpfer nur beipflichten: "Der Bedarf an Vesperkirchen-Angeboten nimmt eindeutig zu, die Altersarmut wird weiter wachsen."

20-02-2017

Autor/Autorin: Monika Johna