30.01.07

Emma-Rudi geht in Ruhestand

Die letzte Scheibe ging am 27. Januar vom Tisch. Über das Rentenalter längst hinaus, hat Emma (für andere Rudi) mit 75 Jahren das Messer aus der Hand gelegt.

"Emma-Rudi"

Links die alte "Emma-Rudi", rechts die neue Brotschneidemaschine im Betrieb mit den Ehrenamtlichen.

Häh? Nee, das wird jetzt keine brutale Geschichte.

Emma (oder Rudi), besser Emma-Rudi, heißt die Brotschneidemaschine, die zwölf Jahre lang jeden Tag der neun Vesperkirchenwochen tapfer Brot geschnitten hat. Bis Ende Januar. Da kam der Generationenwechsel. Nach 85.000 Laiben und 2,5 Millionen Scheiben wurde Emma-Rudi in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

 

In der Laudatio auf diese(n) langjährige(n) Mitarbeiter(in) lobte Diakon Sonja Berger den Einsatz und die Flexibilität von Emma-Rudi. 1932 wurde die Maschine im Alexanderwerk in Bergisch-Gladbach vom Montagetisch gehoben. Erste Arbeitsstelle war das Waldheim im Feuerbacher Tal – für zahllose Waldheimkinder schnitt Emma-Rudi exakt Scheibe für Scheibe. Vor zwölf Jahren folgte dann der Wechsel in die Vesperkirche. Auch dort gab es keine Beanstandungen.

 

Kleine Schönheitsfehler konnten behoben werden. Vor sieben Jahren fertigte das Werk ein neues Schneidemesser. Doch jetzt kam praktisch scheibchenweise das „Aus". „Die Konsistenz von Brot hat sich über die Jahrzehnte verändert. Emma kommt damit nicht zurecht und hat uns zuletzt das Brot regelrecht zerfetzt", bedauert Diakonin Sonja Berger, die Emma-Rudi aber eine schöne Pensionärszeit verschaffen will und mit verschiedenen Museen im Gespräch ist. Da müsste Emma-Rudi, dekorativ herausgeputzt, nur noch repräsentieren. Und das hätte sie(er) verdient.

 

Indessen hat auch der Personalwechsel stattgefunden. Als „Schmuckstück und wahren Traum, leise und funktional", lobt Frau Berger die Nachfolge von Emma-Rudi. Der Einfachheit halber auch mit Namen: Emma-Rudi.