27.02.07

Beide geben den Takt an

Veronika Stoerzenbach und Dieter Kurz sind mit Chor und Orchester von Anfang an in der Vesperkirche dabei.

Sie steht am Dirigentenpult – er auch. Beide dirigieren gleichzeitig in einem Konzert zwei Orchester. Das geht. Veronika Stoerzenbach, Universitäts-Musikdirektorin in Stuttgart und ihr Mann Dieter Kurz, Professor an der Musikhochschule Stuttgart, haben ein Fernkonzert zusammen dirigiert. Räumlich getrennt aber über eine Videoleinwand miteinander im Kontakt. Da macht’s die Abstimmung aus und die gelingt beiden in Beruf und Familienleben.

 

Von Anfang an gestaltete Dieter Kurz, außerdem Kirchenmusiker an der Stuttgarter Paulusgemeinde, mit dem „Paulus-Gospelchor“ den Abschlussgottesdienst der Vesperkirche mit. Veronika Stoerzenbach war von Anfang an mit dem Akademischen Chor und Orchester der Universität Stuttgart an „Kultur in der Vesperkirche“ beteiligt. Die Leitung von Chor und Orchester hat sie seit 1988 inne. Zuvor hatte Veronika Stoerzenbach Preise und Auszeichnungen abgeräumt: den 1. Preis des Dirigentenwettbewerbs des Jahrestag der Bundesrepublik in Bonn und erhielt Privatunterricht beim Stardirigenten Sergin Celibidake.

 

Immer wieder wird Veronika Stoerzenbach als Gastdirigentin angefragt. „Das mache ich gelegentlich“, sagt sie bescheiden. Den Takt am Pult gibt sie zwar vor, im Familienleben sind es aber seit einigen Jahren die beiden Kinder, die sagen wo es langgeht. An ihren Musikern des Akademischen Chors schätzt Musikdirektorin Stoerzenbach: „Das sind alles hochbegabte Leute in ihren Arbeitsbereichen und nebenbei sind sie auch noch sehr gute Musiker. Viele könnten auch Berufsmusiker sein“.

 

Stolz kann auch Dieter Kurz auf seine Studenten sein. Ehemaligen Schüler haben heute Engagements an der Münchner Staatsoper, der Mailänder Skala oder in Wien. „Einer Schülerin hatte ich versprochen, wenn du an der Metropolitan in New York singst, dann komme ich. Mitten in der Nacht kam ein Anruf von ihr: Ich singe an der Met, die Karten sind unterwegs“.

 

1980 wurde der Kirchenmusiker und Dirigent an die Musikhochschule Stuttgart berufen. Dieter Kurz hat mit vielen großen Chören gearbeitet und leitet jedes Jahr einen Meisterkurs in Lyon am Konservatorium. Er gründete den Württembergischen Kammerchor – und dann gibt es noch den Paulus-Chor. „Ein merkwürdiger Kirchenchor“, schmunzelt Kurz, „da sind die Sängerinnen und Sänger durchschnittlich 35 und nicht 100 Jahre alt.“

 

„In der Vesperkirche gehören wir gewissermaßen zum Inventar; sie begleitet uns das ganze Jahr“, sagen beide. Dort Musik zu machen, sei wahnsinnig spannend. „Das Publikum ist so spontan und emotional, das beeindruckt unsere Sänger und Musiker immer wieder“.