26.01.10

„Wenn Arbeit arm macht“

Beim Politischen Nachtgebet diskutieren ein Politiker, ein Gewerkschafter, eine Vertreterin des Einzelhandels und die Stuttgarter Diakoniepfarrerin. Am 2. Februar in der Vesperkirche.

Armut in Deutschland hat viele Gesichter. Eines davon: Das Geld reicht nicht, obwohl Menschen regelmäßig zur Arbeit gehen. Nach dem Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2009 betrifft dies rund zwölf Prozent aller Erwerbstätigen - etwa vier Millionen Menschen. Ein Gehalt reiche häufig nicht aus, um eine ganze Familie zu versorgen, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn. Er schlägt deshalb eine Verlängerung des Erziehungsgeldes vor, um so die Gehälter von Männern und Frauen langfristig anzugleichen. Ferner soll es für Geringverdiener eine Art „Negative Einkommenssteuer“, also einen Steuerbonus bei niedrigen Löhnen, geben. Außerdem flächendeckende Mindestlöhne, eine verbesserte Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitszeitmodelle und vieles mehr.

Strengmann-Kuhn, der für die Grünen im Bundestag sitzt, ist am 2. Februar beim politischen Nachtgebet in der Stuttgarter Leonhardskirche zu Gast. Nach seinem Impuls-Referat diskutieren Diakoniepfarrerin Karin Ott, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Bernd Riexinger und Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg e.V.. Das politische Nachtgebet beginnt am 2. Februar um 19 Uhr. Ort: Vesperkirche in der Leonhardskirche, Leonhardsplatz, Stuttgart-Mitte (Stadtbahn „Rathaus“).