25.02.10

Landesbischof July ist gegen die Herabwürdigung armer Menschen

Stuttgart/Knittlingen. "Über arme Menschen darf nicht herabwürdigend und entwürdigend gesprochen werden", sagte der evangelische Landesbischof von Württemberg, Frank Otfried July, bei einem Vortrag zum Thema "Armut und Reichtum bei uns und in der Welt" im Knittlingen.

Arme Menschen hätten keinen "Wohltätigkeitsanspruch", sondern einen Rechtsanspruch auf soziale Hilfen des Staates. Manche Äußerungen der letzten Wochen - auch einzelner Politiker (Gildo Westerwelle) - hätten diese Tatsache fast vergessen gemacht. "Zur Versachlichung der Diskussion ist ein Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung notwendig", sagte der Landesbischof.

 

Nach der Entscheidung des BVG zu Hartz IV brauche es zudem einen eigenständigen Regelsatz für Kinder. "Dazu halte ich auch Bildungsgutscheine für eine gute Lösung", fügte July hinzu. Auch in der globalen Verflechtung der Wirtschaft müsse die soziale Frage gestellt und Gebote der christlichen Ethik formuliert werden, meinte der Bischof weiter.