20.02.16

"Die Mehrheit der Nichtwähler ist mobilisierbar"

Uschi Götz, Ergun Can, Brigitte Lösch, Hannes Rockenbauch, Donate Kluxen-Pyta und Gabriele Reich-Gutjahr auf dem Podium in der Vesperkirche [Foto: ajo]

"Sie wissen, die kommende Landtagswahl ist wahnsinnig spannend. 2011 haben sich ein Drittel der Wähler erst kurz vor der Wahl entschieden", sagte Moderatorin Uschi Götz im Rahmen der Veranstaltung "Arme Wähler wählen nicht" am Freitag Abend in der Vesperkirche. Zusammen mit der Neuen Arbeit hatte die Vesperkirche zu der Diskussion eingeladen. "In Stadtbezirken, in denen die Wohnungen kleiner, das Einkommen geringer und der Anteil an Hochschulabsolventen niedriger ist, gehen weniger Menschen wählen", erklärte Niklas im Winkel von der Bertelsmann-Stiftung und als Experte in der Runde. Seine gute Nachricht: die Mehrheit der Nichtwähler sei mobilisierbar. Diakoniepfarrerin Karin Ott beobachtet in ihrem Umfeld, dass Arbeitslose zunehmend nicht mehr zur Wahl gehen. Martin Tertelmann von der Neuen Arbeit wünschte sich in seiner Eingangsrede, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: "Ein guter Anfang ist, miteinander zu reden." Reden wollte dann auch das Publikum, das sich, nachdem die Gäste aus der Politik ihre Statements abgegeben hatten, leidenschaftlich an der Diskussion beteiligte. Ergun Can, Brigitte Lösch, Hannes Rockenbauch, Donate Kluxen-Pyta und Gabriele Reich-Gutjahr hatten  auf dem Podium reichlich zu tun und zu argumentieren.
Nach zweistündiger Debatte die Frage: was ist die Lösung?  Das Schlusswort hierzu hatte Niklas im Winkel: "Die soziale Spaltung in der Gesellschaft muss gemindert werden, um von der Demokratie enttäuschte Menschen zurückzuholen." An der Sozialisation der Jugend müsse angesetzt und darum das Wahlalter auf 16 abgesenkt werden. Gleichzeitig müsse man an den Schulen Wahlen zum Thema machen, die jungen Wähler dort begleiten und informieren.