16.03.07

Altersarmut schneller zurück als vermutet

Vesperkirche war in diesem Jahr wieder eine sehr persönlich zu erlebende Momentaufnahme der Armutssituation in Stuttgart.

Nach wie vor sind die Langzeitarbeitslosen die größte Gruppe der Gäste. Aber auch viele Jugendliche sind darunter. Vor allem Hauptschüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen haben und jetzt ohne jegliche Perspektiven in Beruf und Gesellschaft sind. Aufgefallen sei in diesem Jahr, dass Altersarmut schneller zurück ist als vermutet. „Es stellte sich heraus, dass es neben denjenigen, die viel Geld haben, eine große Zahl Frauen und Männern gibt, die von wenig Rente leben müssen, so Martin Friz und betont, dass Vesperkirche auch angesichts dieser Situation nicht der Reparaturbetrieb des Sozialstaates sein kann.

 

Vesperkirche ist ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichen Herkommens auf Zeit ein Stück Leben miteinander teilen, gleichermaßen Gäste wie Ehrenamtliche. Schön sei, dass viele Ehrenamtliche jeden Tag aus unterschiedlichen Lebensbereichen ein neues Team bilden und sich den gemeinsamen Aufgaben stellen: Brote belegen, Getränke ausschenken, Essen ausgeben, Geschirr aufräumen und die Kirche sauber halten. Die Hälfte der rund tausend Ehrenamtlichen sind Jugendliche und junge Erwachsene.

 

Ein ganz wichtiges Gerüst im Betrieb Vesperkirche sind die Diakone und Praktikanten. „Ohne die Hauptamtlichen wären die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen“, sagt Friz. Sein Dank gilt auch den Künstlern, die ohne Gage spielen und die Kulturreihe möglich machen, für deren Organisation Ralf Püpcke verantwortlich zeichnet. „Es ist faszinierend wie Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen sich in der Kirche versammeln und gemeinsam das Kulturprogramm genießen“. So hat Vesperkirche in diesem Jahr wieder viele Menschen begleitet und war Ort der Geborgenheit, Wärme und Nähe.

 

Abschlußgottesdienst ist am Samstag, 17. März, um 16 Uhr.