15.02.10

Nicht einfach wegschauen

Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf besuchte am Montag (15. Februar) wieder die Vesperkirche. „Über soziale Entwicklungen kann ich in meinem Berliner Büro vieles in Statistiken lesen. Doch hier kann ich selbst wahrnehmen, wie sich soziale Herausforderungen entwickeln und wie sie sich anfühlen“, sagte die SPD-Abgeordnete.

Politikerin Ute Kumpf an der Vesperkirchen-Schöpfkelle / Foto: Schweizer

Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf besuchte wieder die Vesperkirche. „Über soziale Entwicklungen kann ich in meinem Berliner Abgeordnetenbüro vieles in Statistiken lesen. Doch hier in der Vesperkirche kann ich selbst wahrnehmen, wie sich soziale Herausforderungen in Stuttgart entwickeln und wie sie sich anfühlen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf (SPD) am heutigen Montag (15. Februar) bei Ihrem Besuch der Stuttgarter Vesperkirche.

 

„Ich besuche die Vesperkirche regelmäßig, seit ich 1998 erstmals in den Bundestag gewählt wurde“, berichtet Kumpf. Die Vesperkirche sei ein guter Ort für Bürgerschaftliches Engagement. Das zeige sich am Beispiel der Vesperkirchenfrisöre: „Sie bringen ihre Kompetenz hier ein. Die Gäste bekommen einen gepflegten Haarschnitt, sie fühlen sich gut. Aber auch für die Frisöre selbst ist es ein gutes Gefühl, hier zu helfen.“ Darüber hinaus sei die Vesperkirche „eine Zeit und ein Ort, an dem materielle und seelische Armut ein Gesicht bekommen und sich nach außen wenden. Die Gesellschaft ist so gezwungen, nicht einfach wegzuschauen. Und das finde ich gut.“

Ein verbreitetes Problem armer Menschen sei die Einsamkeit. „Ich habe hier eine Frau kennengelernt, die mit ihrer sehr kleinen Witwenrente kaum mehr aus dem Haus geht. Hier kann sie mit Leuten reden, das tut ihr gut.“ Nicht nur Bezieher von „Hartz IV“ seien in der Vesperkirche anzutreffen, sondern auch viele „Grenzfälle, nämlich Leute, die einen miserabel bezahlten Job oder eine winzige Rente haben“, beobachtet Kumpf.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu Hartz IV komme auf das politische Berlin eine große Debatte um die Unterstützungssätze zu. Vor allem um den Abstand von geringen Löhnen und dem Arbeitslosengeld-II-Satz müsse debattiert werden. Kumpf ist überzeugt: „Wir brauchen gesetzliche Mindestlöhne, um eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Unterstützung zu vermeiden.“ Für Kinder müsse eine bessere Infrastruktur und mehr Unterstützungsangebote wie Schul-Mittagessen geschaffen werden.