14.03.07

Projekt „2. 500 Maultaschen“

Dem Küchenteam der Vesperkirche in die Kochtöpfe geschaut.

Morgens halb acht in der Vesperkirche-Küche. Mitten im weiß gekachelten Raum hängen links und rechts große Kochkessel an der Herdwand. Es brodelt und blubbert. Dampf steigt auf und hüllt den Raum in leichten Nebel. Klar, punkt halb zwölf soll ja auch das Essen in die zwei Kilometerweit entfernte Vesperkirche geliefert werden. Kurz geschnüffelt: Soße? Braten? Gemüse? Fisch? – Fehlanzeige! Kurz in den Riesentopf geschaut. Na so was: Hier kochen riesige Mengen heißes Wasser!

 

„Kaffeekoch“ Dieter Rudolf schüttet literweise kochend heißes Wasser in Riesenfilter mit Kaffeepulver; der Kaffee läuft dann direkt in die Thermobehälter. „Ich bin selbst leidenschaftlicher Kaffeetrinker“, sagt der arbeitslose Bautechniker, der in diesem Jahr neun Wochen den „Kaffeekoch“ macht. Seine Aufgabe: den ganzen Tag die heißen Getränke aufbrühen. Bis zu 400 Liter Kaffee und rund 250 Liter Tee werden nämlich benötigt.

 

Während der Kaffee läuft, hat Chefkoch Dieter Grabowski den chromblitzenden Küchentisch in Beschlag genommen. Meterweise Maultaschen wird er herstellen. „Wir wollen am letzten Tag rund 2.500 Maultaschen servieren“, stellt er sein ehrgeiziges Projekt vor. Heute sollen die ersten 400 Stück erst in den Kochtopf, dann abgekühlt und eingefroren werden. Die Füllung bereit der Chef persönlich zu. Dabei lässt sich ihm prima auf die Finger schauen. Sein Geheimnis: In die Füllung kommt, zusätzlich zu den bekannten Zutaten wie Spinat, Brät, Hackfleisch, Zwiebel und Brötchen, flüssige Sahne – und die nicht zu knapp!

Dieter Grabowski arbeitet parallel .Zum Mittagessen hat er Sauerkraut, Kassler, Kartoffelpüree geplant.

 

Der erste Schwung Maultaschen badet derweil im Kochtopf. Mit einem Riesenschöpfer in der Hand, bezieht Monika Wrobbel neben dem Topf Stellung. „Eigentlich bin ich Zahnarzthelferin. Das letzte Jahr war aber jobmäßig nicht so erfolgreich für mich, deshalb bin ich hier als Ein-Euro-Fünfzig-Jobberin. Ich helfe bei den Vorbereitungen und spüle ab“, plaudert sie los und fischt auch gleich die erste, fertig gekochte Maultasche aus der Brühe. „Eine probieren?“ – Mhm… lecker.

 

Pech hatte Spülhilfe Randolf Bömkes. „An meinen ersten Arbeitstag habe ich mir in ein Glas gefasst und mich geschnitten.“ Zwei Wochen später ein Neustart. Der Bauschlosser suchte eigentlich einen Job im Logistikbereich. Jetzt freut er sich „hier gebraucht zu werden“. Auch Javier Baroli Santos macht Kochen Spaß und Guido Rörick freut sich, dieses Jahr als „Beikoch“ dabeizusein zu können. Als leidenschaftlicher Hobbykoch hat er schon als Zivi in einer Großküche gearbeitet und ist außerhalb der Vesperkirche im Waldheim Bergheide als Küchenleiter beschäftigt.