12.08.09

Kinder erleben Gemeinschaft - unabhängig vom Portemonnaie

„Die Waldheimferien sind eine große Chance. Kinder aus einem Stadtteil erleben hier etwas gemeinsam – und das unabhängig von ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft.“ Das berichtete Jörg Schulze-Gronemeyer, Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises in der AG Stadtranderholung, heute vor Gemeinderäten und Journalisten.

Spiel, Spaß, Natur und neue Freunde: wer einmal Waldheimluft geschnuppert hat, kommt meist wieder. Und wieder, und...

Bei der verlässlichen Betreuung von Kindern im Vorschulalter gebe es einen wachsenden Bedarf. Immer mehr Waldheime haben deshalb auch Gruppen für Kleinkinder ab vier Jahren im Programm. Doch auch an die älteren wird gedacht. Das Waldheimangebot richtet sich an bis zu 14-jährige Jugendliche. 15-jährige können an einem Schulungsprogramm teilnehmen, ab 16 leiten sie dann selbst Gruppen.

 

Ein Angebot, das viele gerne annehmen. Denn wer einmal vom Waldheimvirus gepackt ist, kommt so schnell nicht mehr davon los. „Junge Leute wollen Spaß haben, aber sie suchen oft auch eine sinnvolle Betätigung, wollen sich ausprobieren“, beobachtet Olaf Hofmann, Leiter des Evangelischen Ferienwaldheims in Sillenbuch.

Evangelische Kirche ist in Stuttgart mit Abstand der größte Waldheim-Träger

 

In den 31 Stuttgarter Waldheimen werden rund 8.500 Kinder von 1.800 Betreuerinnen und Betreuern in den Gruppen begleitet. Weitere 500 Mitarbeitende sind in den Waldheimküchen im Einsatz. Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart und seine Gemeinden sind der mit Abstand größte Träger von Ferienwaldheimen in Stuttgart. Sie betreiben 18 Waldheime, die von insgesamt 7.000 Kindern besucht werden. Die verlässliche Kinderbetreuung in den Ferien bedeutet vor allem für berufstätige Eltern eine große Entlastung. „Außerdem geben wir Kindern aus ärmeren Familien die Chance, dass auch sie schöne Ferienerlebnisse machen“, sagt Waldheimleiter Olaf Hofmann.

Dank für städtische Zuschüsse

 

Ermöglicht werden die Waldheimfreizeiten durch engagierte ehrenamtliche Mitarbeitende, durch die Träger und durch großzügige Zuschüsse der Stadt Stuttgart. Im Jahr 2008 unterstützte die Landeshauptstadt die Waldheime mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro. Jörg Schulze-Gronemeyer dankte den Stadträtinnen und Stadträten für die Unterstützung, die zuletzt 2008 erhöht wurde. Dank der differenzierten städtischen Zuschüsse sei es Kindern aus sozial schwachen Familien sogar möglich, gratis oder gegen einen geringen Verpflegungsbeitrag teilnehmen. Das soll nach dem Willen von Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch trotz klammer städtischer Haushaltslage so bleiben. „Ich mache mittlerweile die vierte Haushaltskonsolidierung mit – an den Waldheimen wurde noch nie gespart“, berichtete sie. Sie erinnerte allerdings an das Haushaltsrecht des Gemeinderates: „Dem Haushaltsbeschluss kann ich nicht vorgreifen.“

Verlässliches Miteinander in den Gruppen

 

In den Ferienwaldheimen erleben Kinder Spiel, Spaß, gutes Essen – und noch mehr. Schulze-Gronemeyer: „Die Betreuung in den Ferienwaldheimen hat ein pädagogisches Konzept. Kinder können hier ihr Sozialverhalten einüben. Insbesondere für Einzelkinder ist das Gruppenerlebnis von Bedeutung. Die Gruppenstruktur fördert die Integration von benachteiligten Kindern und schafft ein verlässliches Miteinander.“

Eine interessante Beobachtung macht Schulze-Gronemeyer in den Waldheimküchen: „Bis vor wenigen Jahren prägten langjährige Küchenteams mit erfahrenen Mitarbeitenden das Bild. Wer heute einen Blick in die Waldheimküchen wagt, dem fällt auf: Viele junge Menschen arbeiten in den Küchenteams mit und haben viel Spaß bei dieser Tätigkeit.“

 

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