12.03.08

Viele Langzeitarbeitslose erreicht der wirtschaftliche Aufschwung nach Meinung des Stuttgarter Diakonie-Pfarrer Martin Friz nicht. Auch die Situation vieler Jugendlicher in der Landeshauptstadt sei nach wie vor schwierig, erklärte der evangelische Theologe zum Ende der diesjährigen Stuttgarter Vesperkirchenzeit am Mittwoch (12. März) vor Journalisten.

Diakoniepfarrer beklagt Situation Langzeitarbeitsloser


Viele Langzeitarbeitslose erreicht der wirtschaftliche Aufschwung nach Meinung des Stuttgarter Diakonie-Pfarrer Martin Friz nicht. Auch die Situation vieler Jugendlicher in der Landeshauptstadt sei nach wie vor schwierig, erklärte der evangelische Theologe zum Ende der diesjährigen Stuttgarter Vesperkirchenzeit am Mittwoch (12. März) vor Journalisten. Allmählich werde deutlich spürbar, dass pro Jahr rund 5.000 Stuttgarter Jugendliche die Hauptschule ohne Abschluss verließen.


Verbessert hat sich nach Einschätzung von Friz für viele Menschen der Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung habe abgenommen, erklärte der Diakoniepfarrer. Nach wie vor aber gebe es noch immer Menschen, die sich ärztliche Betreuung nicht leisten konnten. Bis zu 40 Menschen hätten in den vergangenen neun Wochen täglich die Möglichkeit genutzt, sich in der Vesperkirche ambulant medizinisch versorgen zu lassen.


Bis zu 800 Menschen seien vom 13. Januar dieses Jahres täglich zu Gast in der Vesperkirche gewesen, rund 1.000 Ehrenamtliche waren insgesamt im Einsatz. Für den Diakoniepfarrer, der die Aktion im Jahr 1995 ins Leben gerufen hat, ist die aktuelle Vesperkirche die letzte. Im Oktober, kündigte Friz an, werde er in Ruhestand gehen.


Die «Marke Vesperkirche», versicherte der evangelische Stuttgarter Dekan Hans-Peter Ehrlich, solle jedoch weiter bestehen. In Zukunft werde nicht nur die Evangelische Gesamtkirchengemeinde mit ihren 22 Kirchengemeinden die Aktion unterstützen, sondern der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart mit allen 72 Kirchengemeinden der Landeshauptstadt.


Die Stelle des Diakoniepfarrers soll bis zum Herbst neu besetzt werden. Zum Dienstauftrag des neuen Pfarrers gehört dann auch die Organisation und Betreuung der Vesperkirche. Auch am Konzept solle weiterhin festgehalten werden.

epd