11.05.09

Politisches Nachtgebet fordert rasche Konsequenzen

Als „Weichspülerei“ hat Willi Pietsch, Leiter des Jugenddezernats des Polizeipräsidiums Stuttgart, die Zahlen zum Drogenkonsum bezeichnet, die Anfang letzter Woche von der Bundesregierung veröffentlicht worden sind.

Dem Drogen- und Suchtbericht der  Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, zufolge sind fünf Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mindestens einmal im Monat betrunken. In Stuttgart sind die Zahlen höher, berichtete Willi Pietsch beim „Politischen Nachtgebet“ der Arbeitsgemeinschaft Kirchen in der City Stuttgart am 6. Mai in der Leonhardskirche.

 

Dass die Regierungszahlen zu nieder gegriffen sind, davon ist auch André Kuhn, Sozialarbeiter der Drogenhilfe Release U21, überzeugt. Weit schwieriger und mit Zahlen kaum fassbar seien zudem die Langzeitfolgen, etwa die Störung der Entwicklung bei Heranwachsenden, meinte Kuhn. Mit exzessivem Alkoholkonsum gingen vor allem bei Mädchen oft negative sexuelle Erfahrungen einher, berichtete Pietsch.

 

In Diskussionsrunden mit Besucherinnen und Besuchern wurde die Finanzierung von zusätzlichen Aufgaben der Jugendhilfe im Rahmen der Alkoholprävention gefordert. Durch aufsuchende Jugendarbeit wie Innenstadtstreetwork, öffentliche Informationsveranstaltungen und Präventionsprogramme ist ein Abfedern des Problems denkbar, so die Überzeugung der Diskutanten. Ähnlich wie beim Tabak wurde auch für Alkohol ein Werbeverbot in Kinos, im Fernsehen und bei Sportveranstaltungen gefordert.