10.02.14

Landtagsvizepräsidentin Lösch: Ursachen von Armut bekämpfen!

Stuttgart, 10. Februar. Es ist inzwischen gute Tradition: Wie schon in den Vorjahren besuchte die baden-württembergische Landtags-Vizepräsidentin Brigitte Lösch (Bündnis 90/Die Grünen) die Stuttgarter Vesperkirche.

Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch im Gespräch mit Diakoniepfarrerin Karin Ott

Sie zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite des Angebots der Vesperkirche: Kultur in der Vesperkirche, Frisöre, Ärzte und Zahnärztin, Fahrradwerkstatt und Beratungsangebote, warmes Essen für wenig Geld, Kaffee, Tee und vieles mehr.


Wichtig sei, armen Menschen immer wieder deutlich zu machen: Wenn sie Sozialleistungen in Anspruch nehmen, sind das keine Almosen, sondern „sie nehmen ihre Rechte wahr“. Deshalb müssten Beratungsangebote so konzipiert sein, dass arme Menschen keine Schwellenängste haben, so Lösch. Wichtig sei auch, dass die Sozialpolitik nicht nur die Symptome der Armut behandelt, sondern gegen die Ursachen angeht. „Wir müssen Menschen, die benachteiligt sind oder eine geringe Bildung haben, den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, beispielsweise über den ‚zweiten Arbeitsmarkt‘“, sagte sie. Sie kenne keinen einzigen Menschen, der nicht arbeiten wolle. Viele fänden jedoch keinen für sie geeigneten Job.


So lange es Armut gebe, seien aber auch Angebote wie die Vesperkirche bitter nötig. Sie holen arme Menschen aus ihrer sozialen Isolation. „Ich bin ein Freund von dezentralen Begegnungsorten in den Stadtteilen. Hier werden Menschen gestärkt, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen“, sagte die Landtagespräsidentin, die neuerdings auch der Synode der evangelischen Landeskirche angehört.