06.03.10

"Vesperkirche erinnert uns daran, wo die Kirche zu stehen hat."

Landesbischof July beim Schlussgottesdienst der Stuttgarter Vesperkirche

Landesbischof July / Foto: Pressestelle der Landeskirche

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, besuchte heute (6. März) den Schlussgottesdienst der Stuttgarter Vesperkirche. In seinem Grußwort dankte er allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der Vesperkirche und äußerte sich zur aktuellen Hartz IV-Debatte.

„In einer Gesellschaft, in der sich Politiker auf dem Rücken von Hartz IV-Empfängern, sozial Schwachen und Arbeitslosen profilieren wollen, ist es besonders wichtig, dass die Kirche eindeutig Stellung bezieht. Wir stehen auf der Seite der Armen und Benachteiligten. Ein deutliches Symbol für diese Parteinahme für die Menschen in schwierigen Lebenslagen ist die Vesperkirche“, sagte der Landesbischof. Er erinnerte an die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Juli 2010 in Stuttgart unter dem Motto „Unser täglich Brot gib uns heute“. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes Ishmael Noko sei bei einem Besuch der Stuttgarter Vesperkirche vor zwei Jahren sehr berührt gewesen. July: „Noko hat gesagt: ‚Dies ist ein heiliger Ort.’ Und ich sage dazu: Das soll auch so bleiben.“

Die 1995 gegründete Stuttgarter Vesperkirche nannte Landesbischof July „die Mutter der Vesperkirchenbewegung“. Inzwischen gibt es 25 Vesperkirchen in Württemberg und Baden. Im Winter 2009/2010 wurden in ihnen insgesamt rund 170.000 Essensportionen ausgegeben. Neben dem gemeinsamen Essen steht in den Vesperkirchen das gemeinsame Leben und die gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. In der Stuttgarter Vesperkirche wurden aus einigen Gästen kulturelle Akteure: Im Anschluss an den Gottesdienst traten sie mit der neu gegründeten Vesperkirchenband auf.

 

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