14.02.09

Valentinstag

Als wir, sieben Schülerinnen und ein Lehrer, an der Vesperkirche ankommen, merken wir schnell, dass dies ein besonderer Ort ist, der dieser Konsumwelt den Rücken kehrt und sich all denen zuwendet, die von ihr vergessen werden.

Es ist Samstag und zudem auch noch Valentinstag. Auf unserem Weg vom Bahnhof aus zur Vesperkirche kreuzen wir die Königsstraße; laufen vorbei an Läden, riesigen Einkaufszentren und großen Werbeplakaten. Hektisch laufen Leute mit ihren Einkaufstaschen vorbei.

 

Als wir, sieben Schülerinnen und ein Lehrer, an der Vesperkirche ankommen, merken wir schnell, dass dies ein besonderer Ort ist, der dieser Konsumwelt den Rücken kehrt und sich all denen zuwendet, die von ihr vergessen werden. Nachdem wir in die Arbeit und die verschiedenen Schichten eingewiesen werden, geht es auch schon los. Beim Broteschmieren und Verpacken sind wir geschockt darüber, dass so einwandfreie Brote nicht mehr in den Bäckertheken zum Verkauf stehen, sondern weggeschmissen werden – sofern nicht gespendet.

 

Trotz der Arbeit bekommen wir einiges von der Stimmung mit, die die Kirche füllt. Es wird gelacht und geredet. An der Kinderecke kommen wir mit Eltern ins Gespräch, die offen und freundlich von sich und ihren Kindern erzählen; an der Essens- und Getränkeausgabe treffen wir weitestgehend auf dankbare und sehr herzliche Menschen. Von ihren Alltagssorgen keine Spur! Diese Stimmung breitet sich über die ganze Kirche aus. So erweitert sich die Spielecke schnell bis zum Altar! Von dem Herumspringen der Kinder erfreut, bellt ein Hund, der mit seinem Herrchen hier Gast ist – ja, die Vesperkirche heißt jeden willkommen!

                                                                                                                                      Wir sind begeistert! Begeistert über die neuen Eindrücke, die Begegnungen und die unglaubliche Stimmung, die von diesem Ort ausgeht.

 

Als wir zurück zum Bahnhof laufen, kommen wir wieder vorbei an dem hektischen Großstadttreiben in der Welt des Konsums und des „Reichtums“. Doch auch wir sind reicher geworden. Reicher um die einmalige Erfahrung, die wir gemacht haben. Wir sind uns einig: Besser hätte man einen Valentinstag nicht verbringen können!