15.01.07

Junge Leute helfen bei der Vesperkirche mit

"Die Hälfte der rund 1000 Ehrenamtlichen sind Jugendliche und junge Erwachsene!" erzählt Martin Friz, Gründer und Leiter der Stuttgarter Vesperkirche.

Zum Beispiel Annika: Die 21-Jährige hilft innerhalb ihrer Krankenschwester-Ausbildung für zwei Wochen bei der Vesperkirche mit. "Erstmal war mir schon ein Bißchen mulmig zumute! Ich dachte, oh, wie werden sie dich aufnehmen? Wie gehst du auf die Menschen zu? Aber dann hab ich gedacht, ich komm einfach wie ich bin, und mach das Beste draus!" Keine schlechte Einstellung, zeigt sich gleich zu Beginn: "Heute ist mein erster Tag, und ich bin wirklich begeistert. Es gefällt mir sehr gut, der Umgang mit den Menschen, mit diesen ganz verschiedenen Gruppen – das ist wirklich schön."

 

Auch für Theresa ist es der erste Tag in der Vesperkirche. "Für mich ist das alles neu, sowas hab ich noch nie gesehen," erzählt die Krankenschwestern-Schülerin. "Aber ich bin erstaunt, ich hätte nicht gedacht, dass es so ruhig abläuft, und dass alle so füreinander arbeiten."

 

Paul gefällt an der Vesperkirche, dass sie so abwechslungsreich ist. "Es ist interessant, die Leute kennen zu lernen, und auch mal Einblick in ihre Welt zu bekommen," sagt der Schüler. Das ist es auch, was Andrea direkt auffällt: "Ich finds total klasse, die Welt mal mit ganz anderen Augen zu sehen, das ist der Wahnsinn. Echt schön hier. Ich bin richtig überwältigt. Eigentlich macht man ja sonst eher einen Bogen um solche Leute – aber hier kommt man zusammen."

 

Diese Erfahrung kann Diakoniepfarrer Martin Friz auch für andere Mitarbeiter bestätigen: "Mir sagen viele unserer Ehrenamtlichen, wenn ich jetzt durch die Stadt geh, und jemand sitzt an der Straße und bettelt, muss ich nicht mehr wegschauen – ich kenn den ja, und sag ihm ‚Hallo’." Da hat das was bewirkt, dass man sich kennt, und wahrnimmt, und manche Scheu verliert, und auch genau hinsieht, wie es in unserer Gesellschaft Menschen geht."