Groove Inclusion: Inklusion, die begeistert

„Groove Inclusion, das sind 30 Musiker. 15 von ihnen mit Handicap, die anderen denken zumindest, sie hätten keines“, sagt Bandleiter Hans Fickelscher. Ja, und Groove Inclusion, das ist wunderbar gelebte Inklusion, das ist wirkliche Freude am gemeinsamen Musizieren, die sich mit jedem Takt noch ein bisschen mehr aufs Publikum überträgt.

© Monika Johna

Das Kulturprogramm der Vesperkirche hat am Eröffnungssonntag begonnen. An sieben Sonntagnachmittagen kommen Künstler in die Leonhardskirche und bringen ganz unterschiedliche Musikstile mit. Den Auftakt machte die inklusive Band Groove Inclusion.

Es geht gleich vielversprechend los. „Oye como va“ bringt Stimmung vom ersten Moment an unter das Kirchendach. Soloeinlagen, sensibel begleitet von Hans Fickelscher, sorgen für besondere Akzente. Groove Inclusion bringen nicht nur die unterschiedlichsten Talente zusammen auf eine Bühne, sie verfügen auch über eine beeindruckende Bandbreite: Vocals, Geige, Akkordeon, Klarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Tuba, Piano, E-Gitarre, Kontrabass, E-Bass und Schlagzeug.
„Enchain my heart“, „Walk on the wilde side“, „Proud Mary“, „Alles nur geklaut“ – souverän und erfrischend spielen die Musiker die legendären Stücke auf. Hier und da vielleicht ein bisschen langsamer als im Original, dafür sind alle mit ganzem Herzen dabei. Und das wirkt ansteckend. Strahlende Gesichter, Wippen, Klatschen.
Vor vier Jahren standen die Künstler zum ersten Mal auf der Bühne. „Ich war nervös wie selten“, erinnert sich Hans Fickelscher, nachdem der letzte Takt von „No better blues“ verklungen ist. „Jetzt weiß ich: es ist super! Es macht riesigen Spaß mit der Band.“
Riesigen Spaß hatte auch das Publikum am Kultursonntag. Mit „Guten Abend, gute Nacht“ im Ohr und dem ein oder anderen so wunderbar groovigen Ohrwurm im Gepäck ging es schließlich in den Abend.

16-1-2018

Autor/Autorin: Monika Johna