VfB in der Vesperkirche

Die Vesperkirche im Zeichen des Fußballs. Spieler, Trainer, Präsident und VfB-Mitarbeitende aus mehreren Abteilungen haben heute zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen Vesperbrote belegt und Essen ausgegeben.

VfB in der Vesperkirche

© Monika Johna

VfB in der Vesperkirche


Los ging es für die 20 Mitarbeitenden gleich morgens mit dem VfB-Brot. Bäcker Günther Mühlhäuser aus Heubach hat 600 Brote gebacken und hat sie an diesem Morgen eigens in die Leonhardskirche gebracht. Nun galt es, die handlichen Laibe mit VfB-Banderolen zu verzieren. Während sich also eine Gruppe damit beschäftigte und dabei ziemlich schnell Routine entwickelte, saßen die anderen VfB-Leute am Brottisch und kümmerten sich um die Brote für den Vesperbrotbeutel. Einige Mitarbeitende waren letztes Jahr auch schon dabei, und sie kamen nun wieder, weil es ihnen so gut gefallen hatte. Dieter an der Brotschneidemaschine zum Beispiel. Andere gingen als Neulinge an den Start. „Ich bin das erste Mal dabei, und ich bin gespannt“, sagte Simon, ein Mitarbeiter der IT-Abteilung.
Am späten Vormittag dann trudelte die Mannschaft mit Trainer und Präsident ein. Auch für sie gab es die obligatorische Einweisung. „Wenn Sie nachher Essen oder Getränke ausgeben, dann seien Sie bereit, zuzuhören, was der Gast möchte“, erklärte Diakonin Sabine Eickhoff.
Etliche Gäste wollten ein Autogramm – oder ein Selfie mit einem des Stars. Nach vielen Tellern mit Schnitzel, Kartoffelgratin und Kräuterbutter und zahlreichen Bechern mit Kaffee oder Wasser, nach kurzen Fußballfachgesprächen und einigen abgeleisteten Unterschriften reisten die Profis mit ihrem Mannschaftsbus wieder zurück in Richtung Stadion, während die Abteilungsmitarbeitenden weiter begeistert und unermüdlich mithalfen. Ihre Bilanz zu diesem Tag fiel unisono positiv aus. Die Gruppe am Kaffeeausschank war sich einig: „Das war toll, das machen wir wieder.“ Auch Simon hat es gut gefallen. „Das war eine ganz neue und sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich habe sehr vieles von den Gästen erzählt bekommen und nehme viele Eindrücke mit. Ich will nächstes Jahr auf alle Fälle wieder mithelfen.“


 

 

„Wen oder was wir im Herzen bewahren, bleibt lebendig“, sagte Diakonin Cornelia Götz. Auch im vergangenen Jahr sind Menschen verstorben, die der Vesperkirche nahe standen.  Manche von Ihnen konnten die Freunde, Bekannten und Verwandten verabschieden. Andere starben alleine und anonym, sind verschwunden, ohne dass es für die Hinterbliebenen eine Möglichkeit zum Abschiednehmen gab. Für sie war es nun möglich, in einem würdevollen Rahmen der Verstorbenen zu gedenken. „Ein Mal anhalten, ihr Leben wertschätzen und Hoffnung finden“, wie es Diakon Martin Mantzel zu Beginn der Andacht nannte.
Klaus ist einer jener Verstorbenen. Ein Freund zeichnete im Gedenken an ihn einen Blick in die Vesperkirche mit all ihren Facetten und vielen wunderbar eingefangenen Details. Dieses eindrückliche Bild stellten die Freunde und Mitarbeitenden zusammen mit Blumen und Kerzen vorne neben dem Altar auf. Von vier Verstorbenen aus dem Kreis der Vesperkirche weiß man und kennt sie namentlich. Für all jene, die nicht genannt werden konnten, entzündete Cornelia Götz in der Andacht die fünfte Kerze. Ihre begleitenden Worte sprachen sicher vielen aus dem Herzen:  „Nicht jeder kennt jeden. Und doch sind wir eine große Vesperkirchengemeinschaft.“ Diese Gemeinschaft, sie war beim gemeinsamen Gedenken und Erinnern an diejenigen, die nicht mehr da sind und schmerzlich fehlen, besonders zu spüren.

25-02-2017

Autor/Autorin: Monika Johna