Zuhören, sich austauschen, und dann essen

Sozialamtsleiter Stefan Spatz hat es sich nicht nehmen lassen, auch in diesem Jahr wieder zusammen mit seinen Mitarbeitenden Claudia Brüning und Jan Peter die Vesperkirche zu besuchen. Im Gespräch mit Dekan Klaus Käpplinger, Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann und den Diakonen Klaus Klöpfer und Hermann Kollmar griff man auch schwierigere Themen auf.

Zuhören, sich austauschen, und dann essen

© Monika Johna

Es sollte ein Besuch mit Mittagessen sein, und es duftete auch schon recht verführerisch von der Essensausgabe her. Aber die gefüllten Paprika mussten noch warten. Zunächst interessierte sich Stefan Spatz für die aktuelle Situation in der Vesperkirche. Die Besucher und die Gastgeber nutzten die Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie man mit größeren Gruppen überwiegend aus den östlichen Nachbarländern umgeht, die die Einrichtungen besuchen und die Mitarbeitenden vor bislang unbekannte Aufgaben stellen. "Integration heißt bei uns Schulbesuch, Ausbildung. Das klappt aber nicht bei allen Menschen, die hierher kommen. Man bräuchte ein funktionierendes Europa", sagte Klaus Käpplinger. "Der Kontakt zu manchen Gruppen ist sehr schwierig, da kamen wir auch über die Konsulate bisher nicht weiter", erzählte Claudia Brüning. Es gab aber auch sehr Erfreuliches festzustellen. Die Gäste ließen sich die medizinische Ambulanz in der Magdalenenkapelle zeigen. Hier können die Besucher der Vesperkirche Wunden versorgen und Verbände wechseln lassen, die Ärzte messen Blutdruck und Puls, hören die Lunge ab, machen sich ein Bild vom Gesamteindruck eines Patienten, vermitteln eventuell nötige weitere Behandlungen oder hören einfach mal zu.  "Die Anzahl der prekären Fälle, die in unsere Ambulanz in der Vesperkirche kommen, ist zurückgegangen. Die medizinische Versorgung insgesamt in der Stadt muss wohl besser geworden sein", stellte Gabriele Ehrmann fest. Dem pflichtete Stefan Spatz bei. "Wir haben zwei Projekte mit auf den Weg gebracht. Zum einen das Medmobil, das nun mit einem neuen Fahrzeug unterwegs ist. Und zum anderen das Projekt Media, mit Hilfe dessen sich Menschen getrauen, ihre Hemmungen zu überwinden und zu einem Arzt zu gehen. Dass dies nun Wirkung zeigt, ist sehr erfreulich", sagte der Sozialamtsleiter, ehe die Gruppe am Ende der Runde angekommen war. Nach der Theorie ging es in die Praxis. Es waren endlich die gefüllten Paprika dran. Die ließ man sich zum angeregten Gespräch mit Vesperkirchengästen schließlich schmecken. ajo

30-1-2018

Autor/Autorin: Monika Johna