Aidlingen backt

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass in Aidlingen noch ein Ofen kalt bleibt, wenn Elke und Markus Behler zur Kuchenspende aufrufen. Mit einem Transporter, gefüllt mit Kuchenschachteln bis hoch zu den Fensterscheiben, sind sie wieder in die Vesperkirche gekommen.

© Monika Johna

Morgens um 7 Uhr geht es los. „Dann kommt immer schon der erste Kuchen“, erzählt Elke Behler. Und dann steht die Türklingel nicht mehr still, dann trudeln die Backwerke nacheinander ein, den ganzen Freitag lang bis abends um 22 Uhr. Auch wer keine Möglichkeit hat, seinen Kuchen bei dem rührigen Ehepaar abzuliefern, kann mitbacken. „Wir holen auch ab“, sagt Markus Behler.
Gesammelt werden die Kuchen am Freitag in der Garage der Nachbarin, die sie alljährlich für die süßen Leckereinen zur Verfügung stellt. Jeder Kuchen kommt in eine Kuchenschachtel, so dass er den Transport gut übersteht. „Über das Jahr sammeln wir die, und alle Kartons, die noch gut sind, verwenden wir dann wieder“, erläutert Elke Behler.
Begonnen hat alles vor 9 Jahren. Inspiriert durch das Engagement der Schule in Aidlingen überlegte Elke Behlers, dass es doch möglich sein müsste, solch eine Aktion auch privat zu organisieren. Die Aidlinger Schule spendet der Vesperkirche alljährlich selbstgebackenen Kuchen, den die Schüler dann mit ihrem Rektor in die Vesperkirche bringen.
Gedacht, getan. Die Behlers rührten kräftig die Werbetrommel, organisierten die Kuchenabgabe und fuhren an einem Samstag Vormittag im Februar vor neun Jahren das erste Mal in die Vesperkirche zur Übergabe ihrer liebevoll gebackenen und verzierten Fracht. Mittlerweile hat sich alles gut eingespielt. Als Kirchengemeinderat hat Markus Behler gute Kontakte zur katholischen Kirchengemeinde. „Den Aufruf zur Kuchenspende starten wir im Blättle und von der Kanzel“, erzählt er. Dann wird noch eine Telefonliste abtelefoniert. Schließlich hat man die Zusagen für rund 80 Kuchen zusammen. „Das letzte Drittel kommt  von allein“, weiß Elke Behler. Im Transporter geht es schließlich auf die Reise, nach Stuttgart, um dort die Gäste zu erfreuen. 

25-02-2018

Autor/Autorin: Monika Johna