Zuhause auf Zeit

Frisör im Chorraum der Vesperkirche

Mehr als ein Teller Suppe - zum Angebot der Vesperkirche gehören beispielsweise die Frisöre, die in der Kirche ihre Stühle aufbauen [Foto: Gottfried Stoppel]

Leben an sich ist bisweilen nicht einfach. Überleben aber ist wirklich schwer. Zu überleben versuchen Menschen, die kein Dach über dem Kopf, kein Geld auf dem Konto, kein Essen im Kühlschrank haben. Zu überleben versuchen Menschen, die seit Jahren arbeitslos sind oder überschuldet oder krank. Zu überleben versuchen Menschen, indem sie sich zu Hause einschließen oder betteln oder auf den Strich gehen.
 
Für diese Menschen und für die Einsamen, die Hilflosen, die Alten und für alle, die Begegnung suchen, öffnete im Januar 1995 erstmals die Stuttgarter Leonhardskirche mit der Aktion Vesperkirche ihre Türen; und seitdem jedes Jahr. Sieben Wochen zwischen Januar und März, sieben Tage in der Woche. Dann ist die Vesperkirche ein Ort der Begegnung, wo jeder sein darf wie er ist.
 
Hierzu wird die Leonhardskirche, die schon im Mittelalter Pilger und Gefangene beherbergte, so umgebaut, dass morgens heißer Kaffee und Tee ausgeschenkt werden kann. Wer eine Nacht im Freien hinter sich hat, erhält Decken und kann sich auf die Kirchenbänke schlafen legen. In der Magdalenenkapelle versorgen Ärztinnen und Ärzte die Besucherinnen und Besucher medizinisch. Zwei Tierärztinnen sind für die vierbeinigen Freunde der Gäste da. Manche der täglich bis zu 1.000 Gäste wollen für sich sein, Zeitung lesen oder Musik hören. Andere spielen Schach oder Skat. Für Gespräche und Beratung stehen Diakoninnen und Diakone zur Verfügung.
 
Ab 11.30 Uhr kann man für 1,20 Euro ein warmes Mittagessen bekommen. Und auch wer keine 1,20 Euro dabei hat, wird nicht weggeschickt. Am Nachmittag gibt es kostenlose Vesperbeutel. Mit einer Andacht schließt die Vesperkirche täglich um 16.15 Uhr.
 
Dank an die 800 Ehrenamtlichen und an die Diakoninnen, Diakone und SozialarbeiterInnen, ohne die sich die Vesperkirche nicht durchführen ließe. Dank auch an alle Förderer der Vesperkirche, denn ohne deren Spenden gäbe es die Vesperkirche nicht. Sie finanziert sich allein aus Spenden, rund 260.000 Euro brauchen wir Jahr für Jahr.
 
Das Spendenkonto der Vesperkirche:
BW Bank Konto: 2 464 833 (BLZ 600 501 01)
IBAN DE05 6005 01010002 4648 33
(BIC SOLADEST)