In einer Großküche, die von der Vesperkirche angemietet ist, wird täglich das Essen frisch zubereitet.
In einer Großküche, die von der Vesperkirche angemietet ist, wird täglich das Essen frisch zubereitet.
In einer Großküche, die von der Vesperkirche angemietet ist, wird täglich das Essen frisch zubereitet.

In einer Großküche, die von der Vesperkirche angemietet ist, wird täglich das Essen frisch zubereitet.



Gegen Hunger: Essen darf schmecken

Dieter Grabowski, langjähriger Küchenchef des Robert-Bosch-Krankenhauses, gibt seit seiner Pensionierung ehrenamtlich in der Vesperkirche-Küche den Ton an.

Dieter Grabowski, langjähriger Küchenchef des Robert-Bosch-Krankenhauses, gibt seit seiner Pensionierung ehrenamtlich in der Vesperkirche-Küche den Ton an.


Armut tut weh, wenn Hunger und Durst zum beherrschenden Gefühl werden. Das sind Schmerzen, die eine Wohlstandsgesellschaft kaum zu kennen scheint, und die Menschen in dieser Wohlstandsgesellschaft regelmäßig erleben. Mit einem Teller Suppe und einer Tasse Kaffee ist schnell Abhilfe geschaffen, doch zum Essen und Trinken gehört mehr. Die Erinnerung, wie Mutter zu Hause gekocht hat, wie gemeinsam gegessen wurde, und wie beim Essen geredet und erzählt wurde, gehört für viele Menschen zur besten Erinnerung, die sie haben. Deshalb wird in der Vesperkirche nicht abgefüttert, sondern gekocht "wie bei Muttern". Nicht Fastfood, das schnell und ohne Aufwand satt macht, sondern Krautwickel wie zu Hause, Tortellini wie beim Italiener und die schwäbischen Nationalgerichte "Linsen mit Spätzle" und "Maultaschen" stehen auf dem Speiseplan für Hungrige. Es ist ein gutes Gefühl, vom Tisch aufzustehen, nachdem man sich mit Schnitzel und Kartoffelsalat, Gnocchi mit Sahne-Schinken-Soße und grünem Salat oder einer guten Bratwurst mit Kartoffelbrei den Bauch gefüllt hat. Essen muss nicht nur satt machen, sondern darf auch schmecken. 1,20 Euro kostet das Essen für alle – wer mehr geben kann, ist dazu herzlich eingeladen.
 
Gegen Durst: Kaffee und Mineralwasser
Kein Alkohol in der Kirche, heißt die eiserne Regel in der Stuttgarter Vesperkirche. Darauf achten nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die vielen Besucherinnen und Besucher: "Wir saufen auch, aber draußen", heißt das geflügelte Wort, wenn sich ein Schnaps in die Kaffeetasse verirrt. Doch ein Mangel an Getränken herrscht in der Kirche nicht. Kaffee, Tee und Mineralwasser gibt es so viel, wie der Durst fordert. Die warmen Getränke werden gesponsert von der Kaffeerösterei Hochland in Stuttgart, so dass kein Mangel besteht, in die weißen Kaffeetassen mit dem violetten Hahn Kaffee und Tee auszuschenken. Und für alle gilt, was auf den Bechern steht: "Auch wenn sonst kein Hahn nach mir kräht. Gott weiß, dass ich da bin. Das genügt mir."
 
Wo viele helfen, werden noch mehr satt
Bis zu 1.000 Portionen Essen werden pro Tag in der Vesperkirche ausgegeben, um diese Portionen zuzubereiten, braucht es ein starkes und fachmännisch angeleitetes Team, aber auch entsprechend viele Materialien: Gemüse, Salat, Reis, Nudeln, Fleisch und Wurst. Täglich werden von Vesperkirchenkoch Dieter Grabowski und seinem Küchenteam viele Lebensmittel in der dafür extra angemieteten Küche zu leckeren Mahlzeiten verarbeitet. Nicht zu vergessen die vielen Lieferanten, die die Vesperkirche direkt oder indirekt unterstützen: Bäckereien aus dem Raum Stuttgart sorgen für das Brot, aber auch viele Spenderinnen und Spender sorgen mit großen und kleinen Beiträgen dafür, dass keiner hungrig oder durstig aus der Vesperkirche muss.










Zum Abschied noch eine Vespertüte
Auch nach gutem Essen kommt der Hunger irgendwann wieder. Deshalb sitzen vormittags schon ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem großen Tisch in der Kirche und schmieren Vesperbrote. Brot mit Wurst und Käse, dazu frisches Obst, kann jeder, der dies für den Abend braucht, mitnehmen. Wegzehrung bietet die Vesperkirche an, Wegzehrung für Wege, die vielen Menschen fremd sind, Wegzehrung durch die Nacht, bis am nächsten Morgen die Vesperkirche wieder öffnet.
 
Alle sind eingeladen
Niemand braucht in der Vesperkirche die Angst zu haben, anderen etwas wegzuessen. Eingeladen sind alle, die in der Kirche mitessen und mitleben wollen. Auch Menschen, die mehr als 1,20 Euro für ein warmes und gutes Mittagessen ausgeben können: vorbeischauen, mit vielen Menschen essen, neue Menschen kennenlernen: Alle sind eingeladen.