Die Vesperkirche bietet mehr als
einen warmen Teller Suppe

Sie wurde im sozialen Umfeld der Stadt zur festen Adresse. Essen, medizinische und tierärztliche Versorgung, Ruhe, Gespräche, Haare schneiden, Berufsberatung und eine Spielecke für Kinder: Menschen finden in der Vesperkirche zwischen Januar und Palmsonntag, was sie zum Überleben brauchen.
 
Die Vesperkirche findet in Stuttgart in der Leonhardskirche (Leonhardsplatz) statt. Sechs bis sieben Wochen zwischen Januar und März, täglich von 9 Uhr bis 16.15 Uhr.

Eine Kirche wird zum Zuhause

Leben an sich ist bisweilen nicht einfach. Überleben aber ist wirklich schwer. Überleben ist Kampf, ist Stress, ist Verzweiflung, ist Not. Zu überleben versuchen Menschen, die kein Dach über dem Kopf, kein Geld auf dem Konto, kein Essen im Kühlschrank haben. Zu überleben versuchen Menschen, die seit Jahren arbeitslos sind oder überschuldet oder krank. Zu überleben versuchen Menschen, indem sie sich zu Hause einschließen oder betteln oder auf den Strich gehen.
 
Für diese Menschen und für die Einsamen, die Hilflosen, die Alten und für alle, die Begegnung suchen, öffnete im Januar 1995 erstmals die Stuttgarter Leonhardskirche mit der Aktion Vesperkirche ihre Türen; und seitdem jedes Jahr. Sieben Wochen zwischen Januar und März, sieben Tage in der Woche. Dann ist die Vesperkirche ein Ort der Begegnung, wo jeder sein darf wie er ist.
 
Hierzu wird die Leonhardskirche, die schon im Mittelalter Pilger und Gefangene beherbergte, so umgebaut, dass morgens heißer Kaffee und Tee ausgeschenkt werden kann. Wer eine Nacht im Freien hinter sich hat, erhält Decken und kann sich auf die Kirchenbänke schlafen legen. In der Magdalenenkapelle versorgen Ärztinnen und Ärzte die Besucherinnen und Besucher medizinisch. Zwei Tierärztinnen sind für die vierbeinigen Freunde der Gäste da. Manche der täglich bis zu 1.000 Gäste wollen für sich sein, Zeitung lesen oder Musik hören. Andere spielen Schach oder Skat. Für Gespräche und Beratung stehen Diakoninnen und Diakone zur Verfügung.
 
Ab 11.30 Uhr kann man für 1,20 Euro ein warmes Mittagessen bekommen. Doch auch ohne Geld kann man mitessen. Am Nachmittag gibt es kostenlose Vesperbeutel. Nachdem in den letzten Jahren zunehmend junge Familien mit Kindern kamen, wurde eine Spielecke eingerichtet. Mit einer Andacht schließt die Vesperkirche täglich um 16.15 Uhr.
 
Dank an die 500 Ehrenamtlichen und an die Diakoninnen, Diakone und SozialarbeiterInnen, ohne die sich die Vesperkirche nicht durchführen ließe. Dank auch an alle Förderer der Vesperkirche, denn ohne deren  Spenden gäbe es die Vesperkirche nicht. Sie finanziert sich allein aus Spenden, und 230.000 Euro braucht es in diesem Jahr. 
 
Das Spendenkonto der Vesperkirche:
2 464 833, Landesbank Baden-Württemberg (BLZ 600 501 01).